Wegen der zu geringen Erfahrung mit Tieren dieses Alters lehnen viele Tierärzte die Frühkastration ab. Bedenken Sie, vor 50 Jahren hat keiner seine Katzen kastrieren lassen, erst als die Nachfrage stieg gab es immer mehr Kastrationen. Heute ist die Kastration die meist durchgeführte OP überhaupt !
Die Nachfrage der Frühkastration wird auch hier bald das Angebot regeln. Tierärzte können recht schnell Erfahrungen sammeln, indem sie Stück für Stück das Alter der zu kastrierenden Jungtiere runterschrauben.
Die Frühkastration gehört in den USA, Australien und einigen Universitäten Europas inzwischen schon zum Standardprogramm. Diese Entwicklung ist erfreulich und lässt hoffen, dass es eines Tages ganz normal ist, gerade als Züchter, seine Jungtiere nur Frühkastriert abzugeben.
Da gibt es aber auch noch die . . .
die der Meinung sind, eine Kastration, erst recht eine Frühkastration ist „unnatürlich” und der Besitzer der das machen lässt ist nur zu faul auf sein Tier, gerade in dieser Zeit, aufzupassen.
Fast jeder empfindet ein eher bemitleidendes Gefühl bei der Vorstellung, dass so junge, nicht ausgewachsene Tiere kastriert werden. Gerade der so frühe Eingriff, aber auch die Kastration an sich werden oft als „unnatürlich“ hingestellt.
Zweifelsfrei sind sie es auch, aber vielleicht doch weit „tiergerechter“ und verantwortungsvoller, als es im ersten Moment scheint. Wir haben nun einmal ehemals wilde freilebende Tiere über viele Generationen zu unseren „Haustieren“ gemacht, also ganz bewusst zu möglichst angenehmen, unkomplizierten Gesellschaftern des Menschen.
Ob die Haltungsbedingungen, die wir ihnen bieten, den nach wie vor genetisch festgelegten Bedürfnissen der Haustiere entsprechen, wird aber kaum hinterfragt.
Wie stark die Sexualität, also der Motor des Tier- und auch des Haustierlebens ist, wird oft unterschätzt. Aber: Wenn sie nicht ausgelebt werden darf (mangels Partner und weil Nachwuchs nicht erwünscht ist), ist das nicht „natürlich“, sondern Tierquälerei, daher argumentieren viele Tierschützer, auch die Tierärztin Dr. med. vet Ulrike Morys, für die Frühkastration:
”Warum soll ich einem Tier Sexualität quasi zumuten, wenn ich von vornherein weiss, dass es die Sexualität nie ausleben darf ? Dann kann ich es ihnen auch vorher nehmen, da die Tiere gar nicht wissen werden, was sie vermissen.“
Warum ich mich als Züchter dafür einsetze obwohl wir Züchter doch auch „nur” vermehren?!
Wenn Sie das so sehen tut es mir leid, denn die Zucht, egal um welche Haustierart es sich handelt, ist schon tausende von Jahren Bestandteil der Menschen und deren Fortschritt.
Mag sein, dass Sie das Züchten von „essbaren” Haustieren eher befürworten als das der kleinen, heute teils nur zur Freude des Menschen gezüchteten Haustiere, dennoch liegen sie falsch. Apropo, wir haben Autos, Bus, Bahn und Flugzeuge, wieso muss es da noch Pferdezüchter geben ?
Nein, im Ernst.
Es geht nicht um das bewusste und gewissenhafte Züchten, egal ob nun „schwarz” oder „weiss”, es geht schlicht darum, dass wir als Menschen die Pflicht haben, dass das was durch unser Wollen in diese Welt gesetzt wurde auch respektvoll und lebenswert gehalten, behandelt und ernährt wird.
Nicht wir Züchter sind am Elend der im Tierheim aufgenommenen, eingefangenen oder verwilderten Katzen und Hunde schuld, sondern die, die aus teils schon oben erwähnten Gründen achtlos mit den Tieren umgehen.
Ein Züchter weiss, was auf ihn zukommt und ist sich seiner Verantwortung dem Tier gegenüber bewusst, jedoch nicht der Unwissende, der die Kastration unnatürlich findet und genau dieses Unnatürlich als Argument abhakt und sein Tier sich selbst überlässt.
Auch der Vermehrer, der nur des Geldes wegen produziert, ist schuld an diesem Elend. Ganz egal ob „schwarz” oder „weiss” gezüchtet, denn das eine Vereinszugehörigkeit nicht die Garantie für gewissenhafte, verantwortungs- und liebevolle Zucht sein muss, haben Sie ja sicher schon lesen können. Dabei haben doch wir Menschen den Vorteil, dachte ich zumindest immer, denken zu können, ein Tier jedoch handelt Geschlechtstrieb-gebunden nur instinktiv.
Natürlich berichten Tierheime und Tierschützer oft, dass auch „Rassehunde” und „Rassekatzen” in Tierheimen landen, jedoch findet man wirklich echte Rassehunde oder Katzen mit Stammbäumen sehr selten in Tierheimen. Wenn, dann oft nur weil der Besitzer verstorben oder schwer krank ist und sich nicht mehr um sein geliebtes Tier kümmern kann.
Ich dachte genau darin liegt auch der Sinn eines Tierheimes, sich um Tiere zu kümmern die durch die Not ihrer Besitzer selbst in Not geraten sind. Schaut man sich jedoch heute einmal die Tierheime an, findet man darin leider fast ausschliesslich Tiere, die der Mensch satt hatte oder eingefangene Jungtiere die nur geboren wurden weil ihre Eltern nicht kastriert wurden.
Und wenn es Rassetiere sind, die man dort findet, dann sind es meisten die, die ohne Stammbaum vermehrt, oft weit billiger verkauft wurden und daher auch für viele Menschen leider nur Tiere zweiter oder gar dritter Klasse sind.
50 Euro, die ein Tier ja nur gekostet hat sind schnell mal zum Fenster rausgeworfen, will man in den Urlaub fahren und muss erkennen, dass auch eine Tierpension Geld kostet und das auch noch oft mehr, als das Tier doch wert ist !
Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht, Tiere oder auch anderen Menschen nach ”ihrem Wert” zuzuordnen ?
Jedes Leben ist lebenswert und hat ein Anspruch auf Respekt und Toleranz !!
Bei Hunden ist es leicht sie einer Rasse zuzuordnen, auch für den, der ja nur mal das obengenannte „Wunder”, erleben wollte.
Man sieht sie ja auf den Strassen rumlaufen und schnell ist so der „passende” Partner für die Hündin gefunden. Die daraus entstehenden Welpen sind zwar einer Rasse zuzuordnen jedoch keine Rassehunde, denn auch da gehört weit mehr dazu, als nur zwei gleich aussehende Partner zusammen zuführen und den Welpen beim wachsen zuzusehen, schnell mal ein paar Euro gemacht zu haben und dann ? . . . egal, nach mir die Sinnflut !
Trotzdem wird in Tierheimen von Rassehunden gesprochen und somit sind natürlich für Laien auch die Züchter schuld am Elend der vielen tausenden Hunde in den Heimen.
Bei Katzen wird es sich noch einfacher gemacht. Da ja alle Katzenrassen in etwa die selben Grössen haben und somit nicht so leicht auseinander zu halten sind wie ein Dackel von einer Dogge, reicht es meistens schon aus von Rassen zu reden, wenn die Katzen langes Fell, Faltohren, ein blaues Fell oder eine „Maske” haben.
Da heisst es dann sofort, das ist eine Maine Coon oder ein Perser bzw. Maine Coon-Mischling, das ist eine Scottish Fold - andere Katzen haben ja keine Faltohren, das ist eine Kartäuser - schliesslich hat die ein blaues Fell und das ist eine Siam oder ein Siam-Mischling - andere haben ja keine Masken und blaue Augen;
So werden die Katzen noch viel schneller als Rassekatzen abgestempelt und auch hier wieder wir Züchter für das Elend in den Katzenstationen der Tierheime verantwortlich gemacht.
Vielleicht liegt es ja daran, dass man so wenig „echte” Rassehunde und Katzen in Tierheimen antrifft, weil:
- Züchter genauer hinsehen, wem sie ihr Tier anvertrauen und durch die relativ hohen Kosten einer Zucht auch ihre Tiere dementsprechend teurer („teuer” für Laien, die ihnen ja am Telefon erklären das sie die oder die Rasse ja schon für ein Appel und ein Ei an der nächsten Ecke bekommen könnten) verkaufen, als der Vermehrer der nur des Geldes wegen verkauft. - Liebhaber, egal welcher Rassen sich sehr wohl bewusst sind, dass ein Tier aus gutem Hause auch seinen Preis hat. Man hat sich also mit diesem Thema ganz anders auseinander gesetzt, da ja Preise zwischen 400 - 1500 Euro, je nach Rasse, Farbe oder Seltenheitsgrad eine Menge Geld sind und auch „weh tun”. Vielleicht ist man sich auch darum seiner Verantwortung dem Tier gegenüber um einiges bewusster, als der, der nur mal kaufte weil „billig und süss”
Ach ja ein paar ganz „Schlaue” behaupten ja, wir Züchter lassen nur Frühkastrieren oder bestehen auf die Kastration von verkauften Kitten, damit wir keine Konkurrenz bekommen.
Sorry, aber das ist lächerlich und zeigt uns nur wie engstirnig einige Leute denken. Jeder der weiss was das Wort Zucht bedeutet, sich der Verantwortung den Tieren gegenüber bewusst ist (erst recht, den dann bei ihm geborenen und somit gewollten Tieren), fair dem Züchter gegenüber ist und sagt was er vor hat, wird auch ein Tier für die Zucht verkauft bekommen.
Es wird leider oft mit dem Argument rumposaunt “ Warum soll ich für ein Zuchttier mehr bezahlen ?”
Da liegen sie falsch, die Tiere haben genau diesen (Mehr)Preis, wir Züchter geben unsere Tiere nur als Dankeschön für ein gutes Zuhause an Liebhaber, da diese ja nicht züchten möchten, billiger ab. Wir geben somit also, Liebhabertiere günstiger nicht jedoch Zuchttiere teurer ab !
Natürlich gibt es zum Glück auch sehr viele Menschen die jedes Tier respektieren.
Das oben sind nur Beispiele, jedoch auch Fakten die leider der harten Realität entsprechen und der Hauptgrund dafür sind, dass tausende von armen Kreaturen in Tierheimen und Tötungsstationen abgeschoben werden.
Anregungen meiner Texte habe ich im ganzen Internet zusammen gesucht. Das sie teilweise anderen Texten ähneln werden, ist nicht auszuschliessen, da es sich um ein und das selbe Thema handelt, jedoch ist die Wortwahl der Texte auf dieser Seite von mir und unterliegt, bis auf die Quellenangaben oben im Text, meinem Copyright !