Auf dieser Seite werden die wichtigen Prägungsphasen der Welpen beschrieben. Dies ist eine wichtige Info, für alle die, die einen Hund haben möchten
Kaufen Sie nie einen Welpen, welcher jünger als 12 Wochen ist. Selbst bei einer guten Prägung, liegt die Schmerzgrenze bei 10 Wochen. Alles was darunter liegt, ist unseriös!
Sie schmeissen Ihre Kinder ja auch nicht mit 14 aus dem Haus, oder?
Lesen Sie hier die Begründung meiner Empfehlung.
Immer wieder hört und liesst man von sogenannten "Wohnstubenvermehrern", "Hinterhofvervielfältigern", dass diese ihre Rassehundewelpen bereits in der 8. Lebenswoche in die neue Familie abgeben.
Hierfür haben diese "Möchtegernzüchter" natürlich auch plausible und für den Laien absolut verständlich und logisch klingende, Erklärungen:
Lesen Sie bitte hier, die auch Ihnen bekannten Beispiele der Not- oder Verkaufsargumentationen dieser sogenannten "Züchter":
Hundewelpen durchlaufen in der 6. bis zur 16. Lebenswoche eine Prägephase. Diese sollte der angehende Hundehalter dafür nutzen, den Welpen auf sich zu "prägen"
oder
Der Hund macht das genauso wie seine Vorfahren, die Wölfe: Die Muttertiere sondern sich zum Werfen der Welpen vom Rudel ab und führen ihre Welpen mit der 6. - 8. Lebenswoche zum Rudel zurück. Genau diesem natürlichen Trieb müssen Sie als zukünftiges "Rudel" folgen und demzufolge den Welpen möglichst in der 8. Lebenswoche vom sich "Züchter" nennenden "Wohnstubenvermehrer" abholen. Nur so, erklärt man Ihnen, könne sich der Welpe auf Sie, seinem neuen "Rudel" prägen.
Weitere dieser Teilwahrheiten und Argumentationen entspringen ebenso der Phantasie von hochbezahlten Funktionären. Aber was sich dahinter wirklich verbirgt, lesen Sie bitte nun:
Die Prägephase eines Hundewelpen beginnt ca. in der 5. Lebenswoche und wird niemals tatsächlich beendet. Richtig ist, dass die Welpen von der Wölfin in ca. der 6 - 8. Lebenswoche dem Rudel "zugeführt" werden. Jedoch hat die Hündin bis dahin den Welpen bereits gewisse Grundverhaltensweisen anerzogen:
Der tägliche Kampf der Welpen um die ergiebigste Zitze des Gesäuges der Mutter, wird von der Hündin genauestens überwacht. Mittels der Gestik und Mimik, aber auch des "Eingreifens", dem "Lefzengriff", dem "Genickgriff" und dem "Schütteln" wird dem Welpen bereits in diesen Tagen vom Muttertier eine Grundstruktur des sozialen Verhaltens im Wurf beigebracht.
Mit der 4. Lebenswoche beginnen die Welpen ihre nähere Umgebung (zunächst das "Nest", in der freien Natur in der Regel eine "Höhle") zu erkunden und es können erste Spiele des Muttertieres mit ihren Welpen beobachtet werden. Das Muttertier putzt die Welpen und das Nest.
Mit der 5. - 6. Lebenswoche werden die Welpen aktiver. Es wird untereinander gespielt, gezergelt und getollt. Die Umgebung wird in immer grösseren Entfernungen zum Nest ausgekundschaftet. Das Muttertier bringt den Welpen in dieser Phase z.B. bei, dass man nicht dahin uriniert oder kotet, wo man schläft und spielt.
Bis zum Ende dieser Teilphase nimmt das Muttertier die "Verunreinigungen" im Nest und der unmittelbaren Umgebung dessen auf.
Bis hierher ist für den "Wohnstubenvermehrer" und den "Möchtegernzüchter" alles in Ordnung und niedlich.
In der 6. - 8. Lebenswoche wird der Erkundungsdrang der Welpen zunehmend intensiver, die kleinen Zähnchen und die Krallen werden auffallend häufiger als "Werkzeuge" erkannt und auch eingesetzt. Das Muttertier nimmt die Verunreinigungen, welche nun immer öfter nicht mehr im Nest abgesetzt werden, nicht mehr auf.
Die Rangordnungskämpfe, das Spielen und Rumtollen werden intensiver, aber auch die Kotabsatzmengen werden grösser. Die Hündin hält nun das Nest nur noch sauber, die "weitere Umgebung" ist der Hündin egal. Die Welpen beginnen nun auch das Futter der Mutter mitfressen zu wollen und lernen hier deutlicher die Rangordnung durch das Muttertier kennen.
Am Fressnapf wird eine gute Zuchthündin ihre höhere "Rangordnung" selbst ihren eigenen Welpen gegenüber verteidigen. Der Welpe beginnt zu verstehen, was es heisst, wenn das Muttertier in welcher Tonlage knurrt, die Lefzen hochzieht und die Zähne zeigt, oder den Welpen zum Spielen auffordert.
Jetzt kommt "Leben" in die "gute Stube",und der, von der Arbeit kommende "Liebhaberei- oder Möchtegernzüchter" möchte die Welpen so schnell als möglich an die Käufer abgeben und so wieder die gewohnte Ordnung in der Wohnstube hergestellt wird. Zumindest bis zum nächsten Wurf.
Die "Prägephase" eines Hundewelpen ist bei Weitem nicht mit der 8. Lebenswoche abgeschlossen, und es ist fachlicher Blödsinn, wenn behauptet wird, diese wäre mit der 16. oder 18. Lebenswoche beendet und eine Prägung des Hundes auf, oder die Erziehung des Hundes durch, den Menschen sei nur schwer und nur durch erfahrene Hundetrainer möglich.
Ein Welpe, welcher noch mit der 8.Lebenswoche bei der Mutter liegt, von der 8. - 12. Lebenswoche eine soziale Prägung im Rudel mit anderen Welpen, Junghunden und "Alten" Hunden kennenlernt, ist durch die menschliche Hand leichter zu erziehen und zu prägen, als ein Welpe, welcher die "Unterordnung" nicht von seinen Artgenossen lernen konnte, weil er mit der 6. Woche von der Mutter abgesetzt, bis zur 8. Lebenswoche nur mit Wurfgeschwistern verbrachte, welche genauso unerfahren sind, wie der Welpe selbst.
Hierin sieht man den ursächlichen Zusammenhang für eine Entwicklung zum sogenannten "Problemhund".
Aber auch andere Gründe sollten zu der Entscheidung führen, Welpen frühestens im Alter von 12 Wochen abzugeben:
Man bezweifelt, dass solche "Züchter" schon mal davon gehört haben, dass das Risiko, dass die Welpen in der 10. oder 11. Lebenswoche an Parvovirose erkranken und schliesslich nicht nur in unerfahrenen Händen sterben, nicht durch eine Impfung ausgeschlossen werden kann.
Ich unterstelle diesen "Züchter" das Nichtwissen über dieses Risiko, weil das Wissen hierüber bedeuten würde, dass der "Züchter" bewusst dieses Risiko auf den oft unerfahrenen Welpenkäufer durch den Verkauf in der 8.Lebenswoche zu übertragen und entsprechende Regressansprüche des Käufers durch den üblichen, die Gewährleistung ausschliessenden, Kaufvertrag zu umgehen versuchen würde.
Da ich nicht diese Boßgläubigkeit zu unterstellen gedenke, versuche ich hier nur offen und ehrlich zu informieren. Die Entscheidung, welche Argumentation die richtigere Logik enthält, lieber Leser, obliegt einzig und allein Ihnen.
Dieser Text konnte mit freundlicher Unterstützung von:
"Es gibt Händler, die handeln mit Hunden. Das ist dann aber kein Gewerbe, sondern eine kriminelle Tätigkeit, die aus nicht zu verstehenden Gründen gesetzlich nicht erfasst wird."
Gert Haucke, Schauspieler und Hundebuchautor
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